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| Mit einem trockenen Schwamm reinigt Kristina Straub Blätter von Schimmel, Schmutz und Staub. Foto Lohmann |
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Staubige Akten und ein kleiner Schatz
Kristina Straub gefällt die Arbeit im Staatsarchiv
STADE.
Im Staatsarchiv Stade, dem kollektiven Gedächtnis der Elbe-Weser- und Lüneburger Region, hilft Kristina Straub, Dokumente für die Nachwelt zu erhalten. Mit der 21-Jährigen aus Neu Wulmstorf wird hier erstmals eine Jahrespraktikantin beschäftigt.
"Soziales ist nicht mein Ding, Handwerkliches liegt mir mehr", wusste Kristina Straub nach der Fachhochschulreife am Buxtehuder Technik-Gymnasium und entschied sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr mit dem Schwerpunkt Denkmalpflege bei der Jugendbauhütte Stade.
Dass Archivarbeit mehr ist als "staubige Akten", merkte sie erst im Staatsarchiv in Stade, das zuständig ist für die staatlichen Dokumente des ehemaligen Regierungsbezirks Lüneburg. Die Arbeit in der Werkstatt sei "sehr abwechslungsreich" - das gefällt der 21-Jährigen, die hier als "Mädchen für alles" im Einsatz ist.
Pergamente aus Tierhaut landen bei ihr auf der Werkbank und werden von ihr restauriert und konserviert. Zerrissene, bröselige, schlecht behandelte Karten werden gebadet, fixiert und auf Nessel- und Filterpapier-Platten aufgezogen. Sie flickt Risse, schließt Löcher und reinigt mit einem trockenen Schwamm Blätter von Schimmel, Schmutz und Staub. Jedes Dokument sei anders, das mache die Arbeit so abwechslungsreich, sagt sie. Sogar einen "kleinen Schatz" hat sie gefunden: ein Pergament mit alten Musiknoten, das über die Musikalienentwicklung Aufschluss geben könnte. Als Aktendeckel war es genutzt worden und es kam zum Vorschein, als das Buch zum Reinigen auseinandergenommen wurde. Auch Computer-Arbeit gehört zu ihren Aufgaben: So speist sie Fürsorgeakten und Todeserklärungen von Amtsgerichten ein, um sie zu archivieren. Zum Abschluss wird sie lernen, ein Buch zu binden.
In sieben begleitenden Theorie- und Praxis-Seminaren erfuhr Kristina Straub viel über Baustile und Stilepochen, übers Vergolden und Reetdachdecken. Und sie freut sich auf das Abschluss-Seminar in Syrien. Zu einer zehntägigen Exkursion mit Ausgrabung werden die Freiwilligen aufbrechen, geführt von Jugendbauhütten-Leiterin Silke Strauch und einem Professor der Hochschule21.
Ihren beruflichen Weg sieht die junge Frau nun klarer: Sie strebt eine dreijährige Ausbildung zur Fachangestellten für Medien und Informationsdienste, Bereich Archiv, an. (sal)
26.03.2010
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